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München, 01.04.2025 Lesezeit: 2 Minuten

Live-Interview in der BR Rundschau zu Koalitionsverhandlungen

Autor: Achim von Michel

Wie viel Optimismus ist in der politischen Kommunikation erlaubt – und wann wird er zum Problem? Kommunikationsexperte Achim von Michel ordnet die Koalitionsgespräche im BR Rundschau Live-Interview ein.

Die Koalitionsverhandlungen ziehen sich in die Länge – aber die mittelständische Wirtschaft fordert endlich Klarheit. Die Unions-Spitze gibt sich zuversichtlich, die Gespräche mit der SPD noch im April abzuschließen – doch reicht eine optimistische Rhetorik aus, um Vertrauen zu schaffen? Strategische Kommunikation seitens der Politik ist jetzt entscheidend, um die Weichen für eine stabile Regierung zu stellen.  

Achim von Michel, Kommunikationswissenschaftler und Pressesprecher des Mittelstand.BVMW Bayern, teilte am Samstag in einem Live-Interview in der Nachrichtensendung Rundschau des Bayerischen Rundfunks seine Einschätzung zur Kommunikationsstrategie der zukünftigen Koalitionäre. Für ihn zeigt sich im politischen Diskurs ein verbaler Balanceakt, bei dem sich die Parteien oft selbst im Weg stehen. „Diese Koalition ist zum Erfolg verdammt. Es gibt keine wirkliche Alternative und gleichzeitig viele widerstreitende Positionen, denn:  Union und SPD sind zunächst nicht unbedingt natürliche Freunde,“ erklärte von Michel. Der Erfolgsdruck laste deshalb auf beiden Verhandlungspartnern gleichermaßen.

Für Achim von Michel ist klar: Positive Kommunikation, ja – aber nur, wenn sie auf einer soliden Grundlage fußt. „Es geht im Moment vor allem darum, dass alle Seiten aufeinander zugehen, dass man ein Interesse an Zusammenarbeit hat; es geht stark um Vertrauen und natürlich auch um Verlässlichkeit“, betonte er. Eine vorab optimistische Sicht auf die Koalitionsverhandlungen könne dabei hilfreich sein, denn es müsse darum gehen, dass am Schluss alle einen Konsens finden und dafür auch in den Parteien die nötigen Mehrheiten finden. 

Der Kommunikationsexperte lobte die Bemühungen der CDU/CSU-Spitze, mit einem neuen Namen für die künftige Koalition ein sprachliches Bild zu schaffen, das sowohl Bevölkerung als auch Wirtschaft signalisiert: Es geht voran. Dies sei mit dem sattsam bekannten und belasteten Wort „GroKo“ nicht mehr denkbar. Gleichzeitig mahnte Achim von Michel: „Diese Koalition muss funktionieren. Dieses Land muss wieder wettbewerbsfähig werden und einen großen Schritt nach vorne machen.“ Und das nicht nur um Deutschlands Willen: Auch auf europäischer Ebene müsse Deutschland wieder als Ansprechpartner auftreten, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Handelskonflikts mit den USA und des noch immer laufenden Ukraine-Kriegs.

Das vollständige Interview mit der Expertenmeinung von Achim von Michel auf BR24 finden Sie hier ab Minute 5:16.

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