Gienger ist als Fachgroßhändler für viele Handwerker ein Synonym für Qualität und Zuverlässigkeit. Hier stellt sich unser neuestes Mitglied Gienger Erlstätt KG vor.
Glücksklick Fotografie
Die Geschäftsführerin der Rodieck Consulting GmbH im Interview für die Initiative „Starke Frauen – Starker Mittelstand“.
Wie sind Sie dazu gekommen, Unternehmerin zu werden?
Meine größte Motivation war die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ich wollte eine sinnstiftende Arbeit machen, die meinen Qualifikationen entspricht, mich weiter fordert und die sich dennoch mit meinem Dasein als Mutter verbinden lässt. Leider ist es in vielen Unternehmen noch nicht gegeben, dass Führungspositionen auch in Teilzeitmodellen gelebt werden können.
Wenn Sie die Zeit zurückgehen könnten, würden Sie denselben Weg nochmal gehen? Oder würden Sie etwas anders machen?
Das ist eine gute Frage! Mit der Erfahrung von heute, würde ich bestimmt einige Dinge anders machen. Aber wenn man so will, hat mich ja genau dieser Weg, dorthin gebracht, wo ich jetzt stehe. Er hat mich zu einer erfolgreichen Unternehmerin wachsen lassen. Somit war der Weg ja nicht gänzlich falsch.
Welche Entscheidung würden Sie für sich als Wegweisendste bezeichnen oder auch die, aus der Sie am meisten gelernt haben?
Ich finde, es gibt nicht die eine Entscheidung. Es ist vielmehr eine Aneinanderkettung von vielen Entscheidungen, die mich zur Unternehmerin gemacht haben. Eine Unternehmerin ist man nicht plötzlich, ich war immer wiede bereit Veränderungen an mir vorzunehmen. Ich habe immer wieder versucht, mich neu zu erfinden, bis ich schließlich dort angekommen bin, wo ich hinwollte. Am meisten gelernt habe ich dadurch, dass ich Dinge angepackt habe und auch Fehler gemacht habe. Dann, wenn ich mich am schwächsten gefühlt habe, bin ich mit der größten Stärke wieder herausgekommen.
Was war die größte Herausforderung, die Ihnen begegnet ist?
Ich hatte gerade meine erste Mitarbeiterin eingestellt, als ich plötzlich krank wurde. Verantwortung nicht nur für mich, sondern auch für meine Mitarbeiterin und mein Unternehmen weiter zu übernehmen, war äußerst schwierig und hat mich arg an die Grenzen gebracht. Ich musste ziemlich schnell ganz viel Verantwortung abgeben, das war nicht leicht, aber notwendig. Ich habe aus der Situation aber sehr viel mitgenommen und bin heute wesentlich achtsamer mit mir und mit meinen Mitarbeiter:innen.
Womit beschäftigen Sie sich derzeit intensiv?
Ganz intensiv beschäftige ich mich derzeit mit der Digitalisierung meines Unternehmens. Wir sind in den letzten Jahren so stark gewachsen, was es immer wieder notwendig macht, Arbeitsabläufe anzupassen. Dafür nehme ich meine Mitarbeiter:innen immer mit ins Boot, denn sie sind schließlich diejenigen, die damit arbeiten und umgehen müssen.
Wodurch erfahren Sie besondere Wertschätzung für Ihre Arbeit?
Durch meine Mitarbeiter:innen, die mir jeden Tag aufs Neue spiegeln, dass sie nicht für mich arbeite, sondern dass wir gemeinsam arbeiten. Das macht mich wahnsinnig stolz. Sie sind der Motor des Unternehmens. Auch unsere Partner, ob Kunden, Lieferanten und auch Leasinggesellschaften, schätzen unser hohes Servicelevel sehr und geben uns positives Feedback. Die größte Wertschätzung erhalte ich aber von meinem Mann und meinen beiden Kindern, die mir jeden Tag aufs Neue das Gefühl vermitteln, dass sie unendlich stolz sind, auf das was ich leiste.
Welche Botschaft möchten Sie frisch gebackenen Unternehmerinnen oder Gründerinnen mitgeben?
Habt Selbstvertrauen. Viel zu oft kommt man gerade am Anfang ins Wanken, der erste Deal klappt nicht sofort, Ängste und Unsicherheiten machen sich breit. Hier heißt es Ruhe bewahren und in sich selbst vertrauen, dass alles gut wird. Außerdem kann ich nur alle jungen Unternehmerinnen und Gründerinnen raten, sich ein gutes Netzwerk aufzubauen. Ein Austausch hilft immer ungemein.
Mit welchen wesentlichen Maßnahmen fördern Sie in Ihrem Unternehmen gezielt Female Empowerment und geben Ihren Mitarbeiterinnen Rückenwind?
Wir sind ein kleines Familienunternehmen, dessen Belegschaft überwiegend aus Frauen besteht. Einzig mein Mann und unser Werkstudent sind männlich. Das haben wir aber nicht bewusst so ausgesucht, sondern es hat sich viel mehr so ergeben. Egal ob Mann oder Frau, es arbeiten Individuen bei uns, für die es heißt, sie auf die Reise, unser Unternehmen wachsen zu lassen, mitzunehmen. Das machen wir jeden Tag. Unsere Mitarbeiter:innen profitieren von sehr flachen Hierachieebenen und können sich in ihrem Tun sehr gut einbringen und entfalten. Diese Entwicklung dann auch zu beobachten, bereitet mir wahnsinnig Freude.
Von Politik erwarte ich hinsichtlich einer stärkeren Unterstützung von Unternehmerinnen und der Entwicklung von Frauen in Unternehmen im Allgemeinen…
…, dass sie vernünftige Rahmenbedingungen schaffen, damit wir Frauen nicht weiter entscheiden müssen, ob Kind oder Karriere. Ich bin für ein selbstbestimmtes Leben für Frauen. Frauen sollen selbst entscheiden können, welche Wege sie gehen mögen. Das geht aber nur, wenn dafür die Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Womit schaffen Sie in Ihrer Freizeit einen Ausgleich zu Ihrem Arbeitsalltag?
Am allerliebsten bin ich mit meiner Tochter am Stall. Wir haben ein Pony und das erdet einen ungemein. Außerdem mache ich sehr regelmäßig Sport das kräftigt Körper und Geist.
Ein guter Tag beginnt für mich mit…
… einem Kaffee.
Wer war Ihre wichtigste Begleitung auf dem Weg in die Selbständigkeit?
Ganz klar mein Mann, der mir immer schon mehr zugetraut hat als ich mir selbst. Und auch unsere Eltern, die mit Ihrer Unterstützung das alles überhaupt möglich gemacht haben.
Warum ist ein starkes Netzwerk für Unternehmerinnen besonders wichtig?
Menschen kaufen von Menschen. Es gilt doch, Vertrauen aufzubauen, sich auszutauschen im Gespräch zu bleiben. All das geht nur mit Netzwerken. Man braucht Supporter, die an einen glauben, damit man wachsen kann.
Was macht Sie zu einer guten Chefin?
Ich verstehe es, Menschen zu begeistern, sie mitzunehmen und zu motivieren. Ich bin absolut positiv und das strahle ich auch auf meine Mitarbeiter:innen aus.
Was wird ihr nächstes Projekt?
Ich fange gerade an, mich wieder etwas neu zu erfinden und habe mir fest vorgenommen Unternehmer:innen beim Thema New Work und Female Empowerment zu unterstützen. Sei es als Mentorin oder auch als Speakerin. Ich merke, dass es mir ein großes Bedürfnis ist, meine Erfahrungen weiterzugeben.
Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?
Ich wollte Stewardess werden. Weil ich die Welt sehen wollte. Ich bin und war ein sehr neugieriger Mensch und möchte noch ganz viel von der Welt sehen….
Was hat Sie während Ihrer Selbständigkeit am meisten überrascht?
Dass die meisten Dinge von allein kommen. Man kann sich noch so das Gehirn zermartern, es kütt wie es kütt und es hätt noch immer jot jejangen.
Vanessa Rodieck
Rodieck Consulting GmbH
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